MeineMagenOP

Mein Weg in ein neues, gesünderes Leben!

Ernährungsempfehlungen - Unterschiede und Überein-stimmungen, Grundregeln zur Speiseplangestaltung

Wie Du Dir sicher denken kannst, gibt es - je nach angewendetem OP- Verfahren - Unterschiede und Übereinstimmungen in den Ernährungs-empfehlungen.

Im Folgenden bekommst Du eine Übersicht:


Speiseplangestaltung je nach Art der Adipositasoperation:

  • bei Magenband und Schlauchmagen bleiben Vitamin- und Mineralstoffbedarf gleich
  • bei Bypass verdoppelt sich der Vitamin- und Mineralstoffbedarf
  • bei Schlauchmagen und Bypass gilt gleichermaßen, das ungünstige, hygienische Verhältnisse – Verzehr von Rohmilch, Rohwurst, Gehacktes oder unzureichend Durchgegarten unbedingt vermieden werden sollten

- >> Bei allen Varianten schrumpfen die Portionsgrößen auf einen Bruchteil.  << -

- >> Bei allen Varianten bleibt der Flüssigkeitsbedarf unverändert 1,5 - 2 Liter. << -


Grundregeln zur Ernährung nach einer Adipositasoperation

1

Verzehren Sie:
- mindestens 3
- am besten 4

regelmäßige, angepasste Mahlzeiten pro Tag.

Mahlzeiten- Uhr


2

Planen und verrichten Sie keine Nebentätigkeiten beim Essen.

Keine Nebentätigkeit beim Essen


3

Nehmen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gut, so können Sie Unverträglichkeiten vorbeugen und die Sättigung besser wahrnehmen.

Zeit zum Essen nehmen


4

Trinken Sie mindestens 1,5 - besser 2Liter - Kohlensäurefreie und möglichst Kalorienarme Getränke pro Tag.


5

Trennen Sie Essen und Trinken in zeitlichen Abständen von 30 min

Anmerkung unsererseits:
Ich (Olli) kann besser essen, wenn ich auch zum Essen in kleinen Schlucken eine geringe Menge Flüssigkeit – zu kalten Mahlzeiten meist mein Gemüsesaft - zu mir nehme. Irgendwie geht dann das Essen „besser rein“ und der sich oft anschließend einstellende Schluckauf bleibt auch mal aus.

Essen und Trinken 30 min voneinander trennen.


6

Achten Sie auf eine eiweißreiche, fettreduzierte Ernährung und verzehren Sie immer zuerst die eiweißreiche Komponente der Mahlzeit, d.h.:
1. Eiweißlebensmittel
2. Gemüse / Salate
3. Kohlenhydrate

Ernährung und Verzehr- Reihenfolge beachten.


7

Vermeiden Sie faserrreiche und quellfähige Lebensmittel wie z.B.:
- Nudeln
- Brötchen, Brot, Pizza o.ä.

Anmerkung unsererseits:
Diese „wirken/quellen nach“ und können – wenn ich mich satt gegessen habe - kurz danach ein unangenehmes Überfüllungsgefühl verursachen

Faserreiche und quellfähige Lebensmittel vermeiden


8

Bevorzugen Sie den Verzehr naturbelassener, unverarbeiteter Lebensmittel.
- naturnah
oder
- Bio

Naturbelassene und unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen.


Sinnvolle Maßnahmen:

  1. Die Umgewöhnung in Deine neuen Essensgewohnheiten kannst Du Dir selber einfach erleichtern, indem Du es Dir zur Routine machst und Dich wirklich darum bemühst, Deine Mahlzeiten täglich regelmäßig einzunehmen.
  2. Nimm die Dir entsprechend Deiner Adipositas- Operationsvariante empfohlenen, angepassten, kleinen Portionen mit hoher ernährungsphysiologischer Qualität und Nahrungsergänzungsprodukte nach individueller Empfehlung / Ernährungsberatung (Multivitamin, Kalzium, Magnesium, Eisen, Vitamin D und B1 etc.) auch so zu Dir.
  3. Vermeide unbedingt die Überdehnung bzw. Reizung von Restmagen / Pouch oder Bandverstopfung, denn diese können Dein OP- Ergebnis wieder umkehren bzw. bei auftretenden Komplikationen eine neue OP  erforderlich machen.
  4. Der Deckung des Eiweiß- und Proteinbedarfes (ca. 80 - 120 g/Tag, ca. 20 - 30 g/Mahlzeit (durch Eiweißpulver oder Shakes) gilt zur Erhaltung der Muskulatur sowie für die Einstellung und Sättigung die oberste Priorität.
  5. Besondere Vorsicht gilt bei Rohmilch, Rohwurst, Gehacktem / Mett oder unzureichend durchgegarten Speisen. Diese sind bei Schlauchmagen und Bypass zu vermeiden (durch weniger Magenoberfläche und weniger Magensäure ist die desinfizierende Wirkung herabgesetzt).
  6. Da quellfähige Nahrungsmittel – (Nudeln, Brot, Brötchen etc.). – im Magen nachquellen, können sie Dir besondere Probleme bereiten und ein teilweise schmerzhaftes „Über“- Völlegefühl  oder sogar Erbrechen verursachen.
  7. Vermeide all das, was Deine OP unwirksam macht, z.B. zu große Portionen, kohlensäurehaltige Getränke, quellfähige Nahrungsmittel, ungünstige Hygienever-hältnisse sowie hochkalorische Flüssigkeiten.

Beginne jede Mahlzeit mit dem (neuem) Bewusstsein, Dir einen Genuss zu verschaffen!
Gib Deiner Ernährung eine neue Qualität mit der Priorität „Genuss vor Sättigung“!
Tu Deinem dem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen!

Portionsgrößen in den ersten Wochen nach der Operation:

Adipositasoperationen werden mit dem Ziel durchgeführt, nur eine begrenzte Nahrungsaufnahme und/oder geringere Resorption zuzulassen. Es ist unbedingt notwendig, das veränderte Fassungsvermögen des Magens zu berücksichtigen und dessen Überfüllung zu vermeiden.

Lebensmittel

pro Portion

Tageshöchstmenge

Brot

½  Scheibe (15g)

1 Scheibe (30g)

Knäckebrot

1 Scheibe

3 Scheiben

Kartoffeln

1 (hühnereigroß)

1 - 2 Kartoffeln

Nudeln, Reis

1 Esslöffel

50 - 90g (gekocht)

Gemüse, Salat

150 - 200g

400g

Milchprodukte

150 - 200g

400g

Käse

1 - 2 Scheiben

100g

Fleisch, Fisch

60 - 90g

150g

Öl und Fett (Olive, Lein- und Raps)

1 Esslöffel

2 Esslöffel

Butter

1 Esslöffel

1 Esslöffel

Noch ein paar Anmerkungen zur vorangegangenen Tabelle:

(Ich beziehe mich hier auf die (meine) eigene Schlauchmagen- OP, wobei es sicher viele Paralellen aber auch Unterschiede bezüglich der durchgeführten OP- Varianten gibt.)

  • Auf den 1. Blick hin sieht es für den zuvor "normal Essenden" freilich so aus, als könnte man davon nie satt werden, aber wartet's ab - Ihr werdet Euch wundern, wie schnell Ihr nach der OP satt seid und nichts mehr reinbekommt.
  • Obwohl die Zahlenwerte vermeintlich viel zu weinig hergeben, müsst Ihr sie bezüglich Eurer "neuen Nahrungsmengen- Möglichkeiten" betrachten. Mehr geht schlichtweg nicht rein und irgendwo muss ja auch noch Platz für das Trinken sein, damit das nicht deswegen zu kurz kommt, weil der Magen schon voll ist.
  • Außerdem ... gilt auch hier die Grundregel der Individualität und das die obigen Werte nicht 1:1 auf Jeden anwendbar sind, u. a. spielt auch eine wesentliche Rolle, wie viel Füllmenge der verblieben Restmagen hat.
  • Im Weiteren gibt es nicht nur die "Tagesform" sondern auch am Tag unterschiedliche "Formen", wie  und in welcher Menge Du die Mahlzeit aufnehmen kannst. Mal etwas mehr, mal weniger - ich habe z.B. mehr Schwierigkeiten bei trockenerem Fleisch, Fisch und Eiern, aber keine bzw. kaum welche bei Suppen, Salat, Gemüse, Joghurt, Quark, Obst.
  • Natürlich macht sich mit dem operierten Magen auch viel mehr bemerkbar, was und wieviel in welcher Zeit vor der jetzigen Mahlzeit gegessen und ob ich vielleicht kurz zuvor viel getrunken habe.
  • Selbst die Darmfülle scheint nach der Magen- OP - so meine Erfahrung - nun auch weit deutlichere Auswirkungen auf die Nahrungsaufnahme zu haben als zuvor. Mit vollem Darm "geht das Essen nicht so gut rein".

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